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26.10.11: Hagedorn jubelt: Ostholstein von Bundeswehr-Standortschließungen verschont – Standortkonzepte haben überzeugt!

Pressemitteilungen

Schleswig-Holstein von acht Schließungen betroffen
Erleichtert zeigte sich Ostholsteins Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) am heutigen Mittwoch Morgen angesichts der Nachricht, dass alle drei Bundeswehrstandorte ihres Heimatwahlkreises - Eutin, Neustadt und Oldenburg – erhalten bleiben sollen und Eutin sogar einen leichten Aufwuchs verzeichnen kann. Gespannt und voller Sorge hatten Ostholsteins Soldaten, Angehörige und Gemeindevertreter heute nach Berlin geblickt, wo Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Schließungen von 31 der rd. 400 Bundeswehrstandorte im Rahmen der Streitkräftereform verkündete.

Hagedorn, die schon seit 10 Jahren sehr enge Kontakte zu den Kasernen ihres Wahlkreises pflegt und gemeinsam mit ihnen gekämpft und „gezittert“ hatte, kommentierte die Entscheidung überglücklich: „Das ist ein Erfolg für unsere Region und bedeutet eine enorme Erleichterung für alle Bundeswehr-Angehörigen mit ihren Familien und Freunden wie für die Standortkommunen! Ganz offensichtlich hat das jahrzehntelang verlässliche Miteinander wie die lebendigen Verbindungen zwischen Kasernen und Zivilgesellschaft mit Politik, Vereinen und Verbänden maßgeblich zum Erhalt beigetragen. Allerdings bedeutet gerade die Entscheidung für Eutin eine verdiente Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Soldaten nicht zuletzt in gefährlichen Auslandseinsätzen.“
Große Erleichterung herrscht am Standort Eutin, der mit seinen bislang etwa 670 Dienstposten und dem 6. Aufklärungsbataillon „Holstein“ über Jahre hinweg einen wesentlichen Beitrag zu den Auslandseinsätzen in Afghanistan und Kosovo geleistet hat und dennoch angesichts eines im Vorjahr verhängten Baustopps für Kasernensanierungen um seinen Fortbestand fürchtete. Schon seit Jahren hatte Bettina Hagedorn im Haushaltsausschuss um die millionenschweren Investitionszusagen für die Gebäude 14, 24 und 31 der Rettberg-Kaserne mit den Sanierungskosten von knapp 15 Mio. Euro – ursprünglich verbindlich für 2010 bis 2012 zugesagt - zur Beendigung der unhaltbaren Zustände in den Soldatenunterkünften in Eutin gekämpft. Hagedorn: „Während Eutin sich über einen Zuwachs von zehn weiteren Dienstposten freuen kann, weil dort nun auch die regionale Sanitätsversorgung hinzu kommt, bin ich mit den Oldenburgern zwar glücklich über die Garantie für den Standort, aber betroffen über den Kahlschlag von 2/3 aller Dienstposten – das ist ein Schlag ins Kontor!“
Der Standort Oldenburg mit seinen bislang 730 Dienstposten in der Wagrien-Kaserne in Putlos bleibtt erhalten –wird allerdings auf die Zahl von nur noch 250 Dienstposten drastisch reduziert – ein herber Verlust. Putlos ist Deutschlands einziger Übungsplatz mit Küstenanbindung und unverzichtbar für die Heeresflugabwehrtruppe als Hauptnutzer. Doch Teile des Flugabwehrlehrregiments 6 stehen nun vor der Auflösung. Hagedorn, die selbst regelmäßiger Gast der Kaserne ist und im Sommer 2009 gemeinsam mit dem damals im Haushaltsausschuss für Verteidigung zuständigen Johannes Kahrs vor Ort war, freut sich dennoch: „Putlos hat erheblich vom Konjunkturpaket II profitiert. Etwa 4 Mio. Euro gab es für die dringend notwendige Erneuerung von drei großen Unterkunftsgebäuden. Damit sollten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Soldatinnen und Soldaten endlich auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden, um ihnen einen Motivationsschub und ein deutliches Zeichen der Anerkennung ihres Einsatzes zu geben. Bis 2013 sollen rund 10 Mio. Euro in die Kaserne investiert werden – ich hoffe, dass es bei diesen Investitionszusagen trotz Reduktion bleibt!“
Erwartungsgemäß verbleibt die Marine in Neustadt, wenn auch mit einer kleinen Reduzierung von 400 auf 390 Dienstposten. Dort befindet sich mit dem „Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine“ eine herausragende Marineschule mit jährlich bis zu 5.000 Lehrgangsteilnehmern, die 2009 ihr 50jähriges Bestehen feiern konnte. Die Schule ist vor allem durch die praxis- und äußerst realitätsnahen Elemente - dazu gehört u.a. ein 32 Meter hoher Tauchturm - in der Ausbildung eine geschätzte Einrichtung der Marine, die sich überdies mit dem Schulungszentrum der Bundespolizei auf dem Wieksberg hervorragend ergänzt.
Ernüchterung und Enttäuschung herrscht hingegen in Lütjenburg . Die Schill-Kaserne mit ihren 830 Dienstposten wird geschlossen. Lütjenburg ist der größte Heeresstandort in Schleswig-Holstein. Auch dank Investitionen in Millionenhöhe in den letzten Jahren verfügt man hier über eine moderne Infrastruktur. Der Standort als Ganzes umfasst die Schill-Kaserne und die Truppenübungsplätze in Todendorf und Putlos, Schwerpunkt des Standorts ist die Flugabwehr. Auch die Kreisstadt Plön wird bei den Dienstposten nahezu halbiert – ein herber Schlag. Hagedorn: „Im Zuge der letzten Bundeswehrreform von 2004 wurde Lütjenburg enorm gestärkt – natürlich waren die Hoffnungen berechtigt, dass diese Stärkung nicht umsonst gewesen ist und die seitdem getätigten Investitionen nicht im Sande verlaufen würden. Nun werden im Kreis Plön an zwei Standorten massiv Arbeitsplätze wegbrechen, verliert der Einzelhandel an Kaufkraft und wird die Bundeswehr im Lütjenburger Raum vielen in Kommunalpolitik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden bitter fehlen. Das tut weh!“
De Maizière hatte früh angekündigt, seine Entscheidung nach den Kriterien Funktionalität, Attraktivität, Kosten und Flächenpräsenz zu treffen. Seine Aussage, besonders darauf zu achten, in welchem Verhältnis die Truppenstärke zur Bevölkerung steht, löste große Besorgnis im Norden aus, da Schleswig-Holstein mit 9,1 Militärbeschäftigten je 1.000 Einwohnern an der Spitze einer solchen Tabelle stünde. Hagedorn: „Das ist ein herber Schlag für unser Land: Die insgesamt 26.000 Dienstposten werden auf nur noch 15.300 abgesenkt! Positiv ist jedoch, dass wir mit nun durchschnittlich 5,4 Dienstposten/1.000 Einwohner noch immer deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2,4 Posten liegen. Unbestreitbar bedeutet die jetzige Reform mit Schließungen für acht und teils drastischen Verkleinerungen an vielen Standorten einen schweren Einschnitt mit schwer zu verkraftenden Arbeitsplatzverlusten. Das Land verfügt mit seinem Zugang zum Meer über ideale Bedingungen nicht nur für die Marine. Wenn sich die Bundeswehr immer weiter aus der Fläche zurückzieht, sinkt auch die Bereitschaft der Freiwilligen, weit weg von ihren Heimatorten Dienst zu tun. Doch gerade für sie brauchen wir attraktive Bedingungen und langfristige Perspektiven. Ich freue mich jedoch, dass diese Perspektiven für Ostholstein, unsere Soldaten, ihre Familien und Freunde erhalten bleiben!“