
Bettina Hagedorn bei ihrem achten "Pflegepraktikum" im Januar 2014
(Foto: Sana Kliniken Ostholstein GmbH)
Der Bundestag hat heute mit dem ersten Baustein der Pflegereform Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte beschlossen. Ab 2015 werden dadurch jährlich 1,4 Mrd. Euro in die häusliche und 1 Mrd. Euro in die stationäre Pflege gehen. Die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn begrüßt die beschlossenen Verbesserungen:
„Die Verbesserungen bei der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie der teilstationären Tages- und Nachtpflege, die wir erreicht haben, waren dringend notwendig. Besonders wichtig sind mir aber die Verbesserungen für die vielen Erwerbstätigen, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern: In dieser schwierigen Lebenssituation ist mehr zeitliche Flexibilität der wichtigste Schlüssel, um Beruf und Pflege zu vereinbaren. Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, Pflegezeit und Familienpflegezeit mit Rechtsanspruch zusammenzuführen – das ist eine wichtige Unterstützung für berufstätige pflegende Angehörige."
"Darüber hinaus wird der Pflegestandort Ostholstein natürlich sehr von den heute beschlossenen Reformmaßnahmen profitieren: Durch bis zu 45.000 zusätzliche Betreuungskräfte in der stationären Pflege schaffen wir eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels und eine bessere personelle Ausstattung. Dazu muss man wissen: Zwischen Fehmarn und Reinfeld gehören Kliniken, Reha-Einrichtungen, Seniorenresidenzen und Pflegeheime längst zu den größten Arbeitgebern, wo sich die engagierten Mitarbeiterinnen rund um die Uhr mit viel Know-how um das Wohl der Patienten und Bewohner kümmern – leider fast immer zu schlecht bezahlt und in zu geringer Besetzung. Allein in Schleswig-Holstein arbeiten insgesamt über 37.000 Menschen in der Altenpflege – im Jahr 2020 werden im Norden aber schon ca. 48.000 Fachkräfte gebraucht. Hier musste die Politik handeln – der heutige Gesetzesbeschluss war dazu ein wichtiger erster Schritt!“
Weil die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit rund 2,5 Millionen über etwa 3,5 Millionen im Jahr 2030 auf mehr als vier Millionen im Jahr 2050 ansteigen wird, sind zudem weitere 1,2 Mrd. Euro für einen Vorsorgefonds für die sogenannte „Baby-Boomer-Generation“ eingeplant. Der Fonds wird durch Beitragsgelder auf ein Volumen von bis zu 42 Mrd. Euro ansteigen und soll ab 2035 dazu dienen, die Höhe des Pflegebeitragssatzes zu stabilisieren. Um die höheren Ausgaben zu finanzieren, wird der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung Anfang 2015 um 0,3 % auf dann 2,35 % bzw. 2,6 % für Kinderlose erhöht.
Hagedorn engagiert sich schon seit Jahren beim wichtigen Thema Gesundheits- und Pflegepolitik. Hagedorn: „Seit 2004 mache ich regelmäßig eintägige Praktika in Alten- und Pflegeeinrichtungen meines Wahlkreises – ob in Lensahn, Ahrensbök, Schönwalde, Bad Malente, Grömitz, Oldenburg oder wie zuletzt im Januar in Eutin. Dieser hautnahe Kontakt zu Bewohnern und Mitarbeitern gibt mir ein realistisches Bild von der Lebenssituation im Heim und den Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte – und diese Erfahrung hilft mir sehr bei meinen politischen Entscheidungen in Berlin.“