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Equal Pay Day 2014: Erwerbsunterbrechung als Ursache der Entgeltlücke

Pressemitteilungen

Mit meinen Fraktionskolleginnen Elvira Drobinski-Weiß, Ulrich Kelber, Steffen-Claudio Lemme, unserem Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann, Carola Reimann, dem familienpolitischen Sprecher Sönke Rix und Lothar Binding


Wie jedes Jahr starteten der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Frauenrat und der Sozialverband Deutschlands unterstützt von der SPD-Bundestagsfraktion am heutigen Freitag, den 21.03.14 um 12:00 Uhr zur gemeinsamen zentralen Kundgebung vorm Brandenburger Tor für „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ von Frauen und Männern in Berlin. Der diesjährige Equal Pay Day läuft unter dem Motto „... und raus bist Du? Minijob und Teilzeit nach Erwerbspausen“. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn aus Ostholstein war natürlich – wie immer seit 2005 mit dabei:

Mit Sönke Rix und Ernst Dieter Rossmann


„Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist im Grundgesetz verankert – und trotzdem sieht auch 2014 die beschämende Realität in Deutschland ganz anders aus: Frauen erzielen bei uns für vergleichbare Arbeit immer noch skandalöse 22 Prozent weniger Einkommen als ihre männlichen Kollegen. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Damit ist Deutschland im Verhältnis zum Rest Europas Entwicklungsland! Während der europäische Equal Pay Day nämlich bereits am 28. Februar begangen wurde, fällt er in Deutschland in diesem Jahr – wie auch schon 2013 - auf den 21. März. Deutsche Frauen müssen also noch einmal drei Wochen länger arbeiten als die durchschnittliche EU-Bürgerin! Eine wesentliche Ursache dafür ist die Erwerbsunterbrechung: Typischerweise sind es noch immer die Frauen, die nach der Geburt des Kindes eine viel längere Elternzeit wählen, als die Männer und dem Beruf dadurch auch länger fern bleiben. Diese Erwerbsunterbrechung beeinflusst viele berufstätige Mütter negativ in ihrer gesamten beruflichen Entwicklung, da der Wiedereinstieg ins Berufsleben erst spät oder oft nur noch in geringfügiger Beschäftigung möglich ist.“

Von den berufstätigen Frauen in Deutschland haben nur 28 % einen Vollzeit-Job. Zudem werden sie in typischen Frauenberufen – in der Bildung, in der Gesundheits- und Pflegebranche und im Service – deutlich schlechter bezahlt. Sie kämpfen also mit der Teilzeit, schlechter bezahlten Berufen und Erwerbsunterbrechungen, was schlechtere Aufstiegschancen, weniger Erwerbsjahre und ein kleineres Einkommen mit niedriger Rente zur Folge hat. Deshalb soll der Equal Pay Day auch in seinem achten Jahr symbolisch deutlich machen: diese Diskriminierung und Ungerechtigkeit am Arbeitsmarkt zu beheben, ist eine unerfüllte politische Aufgabe, zu deren Lösung der Gesetzgeber in Deutschland sogar durch das Grundgesetz verpflichtet ist.

Hagedorn: „Die große Koalition hat sich auf die konsequente Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf festgelegt. Dazu zählt die weitere Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten durch finanzielle Entlastung der Länder und Kommunen, Schaffung eines Rechtsanspruches auf befristete Teilzeit und noch bessere Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen in Führungspositionen! Bis Sommer 2014 wird unsere Arbeitsministerin Andrea Nahles einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro im Bundestag durchsetzen. In Kombination mit einem Entgeltgleichheitsgesetz wird damit vor allem beschäftigten Frauen wirksam geholfen. Das Ziel bleibt dabei: Gleichwertige Arbeit muss auch gleich bezahlt werden - das ist zwingende Voraussetzung für die Absicherung einer eigenständigen Existenz, für eine auskömmliche Absicherung im Alter und für die grundgesetzlich gebotene Umsetzung von Würde, Respekt und Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen.“