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Hagedorn: Drastische Absenkung der Dorschquote erfordert mehr Geld für Fischer im CSU-Landwirtschaftsministerium!

Pressemitteilungen

17.10.2016


(Foto: studio kohlmeier berlin)
 
Die Fischereiminister haben am Montag, den 10. Oktober, in Brüssel eine drastische Kürzung der Dorschfangquote in der westlichen Ostsee um 56 Prozent im Vergleich zu 2015 als Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung der Dorschbestände beschlossen, nachdem die EU-Kommission zuvor aufgrund wissenschaftlicher Studien sogar eine Kürzung um 88 Prozent empfohlen hatte. Die SPD-Bundestagsabgeordnete für Ostholstein, Bettina Hagedorn, sieht dadurch einen Großteil der Fischer in Schleswig-Holstein in absoluter Existenznot und kritisiert, dass Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nur unzureichend Geld als Ausgleichszahlungen für die Fischer bereitstellen will. Am Donnerstag, 20. Oktober, wird im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Landwirtschaftsetat beraten.
 

Hagedorn: „Am Donnerstag werde ich CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt im Haushaltsausschuss intensiv dazu befragen, warum er noch am 21. September meinem Büro schriftlich antwortete, dass die im Bundeshalt 2017 verankerten 2,2 Millionen Euro als hälftige Kofinanzierung europäischer Fördermittel 2017 zwar ‚voll ausgeschöpft‘, aber ‚auskömmlich‘ sein werden. Es ist erstaunlich, dass der CSU-Fischereiminister angesichts einer drastischen Kürzung der Dorsch-Fangquote von 56 Prozent in der westlichen Ostsee für 2017 allen Ernstes glaubt, den von reellen Existenzsorgen betroffenen Fischern mit Fördergeldern durch die Krise helfen zu können, die von ihm um keinen einzigen Cent gegenüber 2016 angehoben wurden. Nicht etwa Panikmache, sondern ernst zu nehmende Prognosen u.a. seines Thünen-Institutes deuten darauf hin, dass in den nächsten Jahren fast die Hälfte aller Berufsfischer ihren Beruf angesichts der dramatisch eingebrochenen Dorschbestände aufgeben muss – Ausgleichszahlungen für eine teilweise oder endgültige Stilllegung müssen deshalb in wesentlich höherem Maße als bisher zur Verfügung stehen! Für unsere Fischer an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins werden solche Förderungen aus Brüssel und Berlin auch als ‚Abwrackprämie‘ deshalb wichtig sein, weil die Quoten der aufgebenden Betriebe an die am Markt verbleibenden Kutter verteilt werden und deren langfristigen Erhalt sichern helfen. Wir müssen im Norden alles dafür tun, dass wir starke Fischereibetriebe behalten, die nach der Erholung der Dorschbestände und dieser existentiellen Krise – hoffentlich in wenigen Jahren – dieses Traditionshandwerk sichern und wieder für ausreichend fangfrischen Fisch an der Küste sorgen können. Mit den bislang nur 2,2 Mio. Euro im Haushalt von Landwirtschaftsminister Schmidt für 2017 ist für diese elementare Herausforderung nicht ausreichend Vorsorge getroffen – am kommenden Donnerstag wird der Minister sich im Haushaltsausschuss dazu erklären müssen.“