17.10.2016
(Foto: studio kohlmeier berlin)

Pressemitteilungen
17.10.2016
Hagedorn: „Am Donnerstag werde ich CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt im Haushaltsausschuss intensiv dazu befragen, warum er noch am 21. September meinem Büro schriftlich antwortete, dass die im Bundeshalt 2017 verankerten 2,2 Millionen Euro als hälftige Kofinanzierung europäischer Fördermittel 2017 zwar ‚voll ausgeschöpft‘, aber ‚auskömmlich‘ sein werden. Es ist erstaunlich, dass der CSU-Fischereiminister angesichts einer drastischen Kürzung der Dorsch-Fangquote von 56 Prozent in der westlichen Ostsee für 2017 allen Ernstes glaubt, den von reellen Existenzsorgen betroffenen Fischern mit Fördergeldern durch die Krise helfen zu können, die von ihm um keinen einzigen Cent gegenüber 2016 angehoben wurden. Nicht etwa Panikmache, sondern ernst zu nehmende Prognosen u.a. seines Thünen-Institutes deuten darauf hin, dass in den nächsten Jahren fast die Hälfte aller Berufsfischer ihren Beruf angesichts der dramatisch eingebrochenen Dorschbestände aufgeben muss – Ausgleichszahlungen für eine teilweise oder endgültige Stilllegung müssen deshalb in wesentlich höherem Maße als bisher zur Verfügung stehen! Für unsere Fischer an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins werden solche Förderungen aus Brüssel und Berlin auch als ‚Abwrackprämie‘ deshalb wichtig sein, weil die Quoten der aufgebenden Betriebe an die am Markt verbleibenden Kutter verteilt werden und deren langfristigen Erhalt sichern helfen. Wir müssen im Norden alles dafür tun, dass wir starke Fischereibetriebe behalten, die nach der Erholung der Dorschbestände und dieser existentiellen Krise – hoffentlich in wenigen Jahren – dieses Traditionshandwerk sichern und wieder für ausreichend fangfrischen Fisch an der Küste sorgen können. Mit den bislang nur 2,2 Mio. Euro im Haushalt von Landwirtschaftsminister Schmidt für 2017 ist für diese elementare Herausforderung nicht ausreichend Vorsorge getroffen – am kommenden Donnerstag wird der Minister sich im Haushaltsausschuss dazu erklären müssen.“