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Internationaler Frauentag: Frauenquote und Mindestlohn verändern die Arbeitswelt

Pressemitteilungen

 

Am 8. März wird seit über 100 Jahren der Internationale Frauentag begangen und dafür genutzt, auf die noch immer nicht erreichte gesellschaftliche und berufliche Gleichstellung von Frauen aufmerksam zu machen.'
Bettina Hagedorn: „Pünktlich zum Internationalen Frauentag am 8. März hat der Deutsche Bundestag heute – teilweise sogar einstimmig bzw. bei Enthaltung der Opposition - die gesetzliche Einführung der Frauenquote in den Führungsgremien von Wirtschaft und Verwaltung beschlossen und damit einen Schlussstrich unter eine Phase von über 10 Jahren gesetzt, in denen die Wirtschaft sich freiwillig und völlig erfolglos verpflichtet hatte, eine angemessene Beteiligung von Frauen in Führungspositionen umzusetzen. Insofern ist die jetzt ab 2016 beschlossene 30prozentige Quote in Aufsichtsräten von börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen zwar nur ein erster, aber dennoch historischer Schritt für einen verpflichtenden Frauenanteil in bis heute fast rein männerdominierten Führungsgremien der Wirtschaft - dieses Gesetz stellt einen überfälligen Paradigmenwechsel dar. Gleichzeitig wird damit ist die „gläserne“ Decke bei der Karriereentwicklung von Frauen in Betrieben endlich schrittweise aufgelöst.“ 
 

 

Bei einem anschließenden Empfang im SPD-Sitzungssaal im Reichstag auf Einladung von Ministerin Manuela Schwesig erschienen zu Torte und Sekt auch Frauen aller anderen Fraktionen und viele langjährige „Mitstreiterinnen“ aus vielen gesellschaftlichen Verbänden und Berufsgruppen. Fakt ist: An qualifizierten weiblichen Führungskräften hat es nie gemangelt. Frauen sind im Durchschnitt und im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen mit besseren Ergebnissen überdurchschnittlich gut ausgebildet und bleiben dennoch in Führungspositionen stark unterrepräsentiert. Neben der Quotenverpflichtung für DAX-Unternehmen gilt für 3.500 weitere Unternehmen die Pflicht, feste Zielgrößen für ihre Aufsichtsräte und die zwei darunter liegenden Führungsebenen zu erstellen und einzuhalten. Für wesentliche Gremien des öffentlichen Dienstes gilt ebenfalls ab 2016 eine Quote von 30 Prozent, die ab 2018 auf 50 Prozent erhöht wird. Aber nicht nur die Quote wird die Arbeitswelt verändern, von der Einführung des eingeführten Mindestlohns von 8,50€ profitieren ebenfalls besonders Frauen.
Bettina Hagedorn: „Mit der Einführung des Mindestlohns haben wir ein wirksames Mittel gegen Lohndumping bei Arbeitsverträgen geschaffen, das ebenfalls vor allem Frauen nützen wird, denn noch immer sind zwei Drittel aller Niedriglohnbeschäftigten weiblich. Dass Frauen in schlechtbezahlte, nicht existenzsichernde Minijobs und Teilzeitverträge gedrängt werden, ist ebenfalls völlig inakzeptabel. Als Konsequenz dieser Entwicklung erleben wir, dass vor allem Frauen von Altersarmut betroffen und bedroht sind. Auch darum brauchen wir fair bezahlte Arbeitsplätze, bei denen Frauen und Männer das gleiche verdienen. Aktuell sieht die Realität diesbezüglich jedoch anders aus, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern beträgt 22 Prozent – das zu ändern, dafür werden wir demnächst wieder mit dem „Equal-Pay-Day“ demonstrieren und im Bundestag ein Gesetz zur Entgeltgleichheit auf den Weg bringen.“