02.06.2016


Aktuelles
02.06.2016

Bettina Hagedorn, stellvertretende haushaltspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und Abgeordnete für Ostholstein, erklärt: „Ohne fähige und qualifizierte Lehrkräfte, die mit viel Herzblut und Kompetenz unterrichten, werden Spracherwerb und Integration von Flüchtlingen nicht gelingen können. Wir wollen deutlich mehr Integrationskurse anbieten und brauchen dafür qualifizierte Lehrkräfte, die auch anständig bezahlt werden müssen. Mit der heute beschlossenen massiven Erhöhung von 23 auf 35 Euro pro Unterrichtseinheit für die Honorarlehrkräfte in den Integrationskursen setzen wir Haushälter ein klares Zeichen für faire, gerechte und motivierende Gehälter! Mit der nun angemessenen Bezahlung schaffen wir einen Anreiz, gute Lehrkräfte zu bekommen – denn Sprache ist der Schlüssel zur Integration! Diese massive Erhöhung ist mehr als gerechtfertigt, da Lehrkräfte mit Honorarverträgen als Selbstständige gelten und quasi brutto bezahlt werden – eine wesentliche Benachteiligung gegenüber fest angestellten Lehrkräften. Die Anstellung und Bezahlung – zu 100 Prozent vom Bund finanziert – erfolgt durch die verschiedenen rund 1.500 Träger der Sprach- und Integrationskurse wie z.B. Volkshochschulen, die die Lehrkräfte unterschiedlich vergüten – jetzt mindestens jedoch mit 35 Euro pro Unterrichtseinheit bzw. mit 4 Euro statt bislang 3,10 Euro pro Teilnehmer. Den Beschluss des Haushaltsausschusses, der die herausfordernde Arbeit zur Sprach- und Integrationsvermittlung endlich angemessen würdigt, muss Bundesinnenminister de Maizière jetzt umsetzen.“
Von 2005 bis 2015 haben rund 1,6 Mio. Menschen die Zusage für einen Sprach- und Integrationskurs bekommen – über 1,1 Mio. Personen haben solche Kurse schon begonnen und mehr als 700 000 einen solchen abgeschlossen.
„Dieser Beschluss passt perfekt zum Kurs, den der Bundestag mit dem neuen Integrationsgesetz einschlägt, das am 3. Juni im Deutschen Bundestages in 1. Lesung debattiert wird. Damit sollen die Zugangsmöglichkeiten der Kurse nochmals erweitert werden, während gleichzeitig die Pflicht zur Teilnahme für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive gelten soll. Für Asylsuchende die bislang leider praktisch von diesen Sprachkursen komplett ausgeschlossen waren wie z.B. Afghanen, wollen wir dann als Einstieg neue Orientierungskurse vorsehen.“