
Um 05:45 Sonnenaufgang bei Ripsdorf, auf dem Weg zum DRK-Pflegepraktikum um 06:00 in Grube.
Dass die Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten, nicht nur körperlich unglaublich viel leisten, ist nicht jedem bewusst. Ich möchte auf diese Arbeit aufmerksam machen, denn ich finde, sie verdient höchste Anerkennung. Seit 2004 mache ich deshalb regelmäßig eintägige Praktika in Alten- und Pflegeeinrichtungen meines Wahlkreises – ob in Lensahn, Ahrensbök, Schönwalde, Bad Malente, Grömitz oder Oldenburg. Dieser hautnahe Kontakt zu Bewohnern und Mitarbeitern gibt mir ein realistisches Bild von der Lebenssituation im Heim und den Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte – und diese Erfahrung hilft mir sehr bei meinen politischen Entscheidungen in Berlin.
Dieses Jahr besuchte ich gemeinsam mit dem stellvertretenden Pflegedienstleiter des DRK Zentrums in Oldenburg, Frank Kirschmann, ältere Menschen in Grube und Umgebung.
Herr Krell, ein sehr aufgeschlossener älterer Herr, der seit langer Zeit an Diabetes leidet und erblindet ist, wurde bereits zum zweiten Mal von mir besucht.(Foto: Frank Kirschmann, DRK)
Wie sieht es in den Bereichen des Gesundheitswesens aus, in die wir nicht immer Einblick haben? Ich möchte erfahren, mit welchen Problemen und Herausforderungen die Mitarbeiter in der täglichen Praxis umgehen müssen und was die Sorgen und Bedürfnisse der Heimbewohner sind. Ich weiß, dass dieser Einsatz nur einen kleinen Einblick bietet. Aber dies ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, sozialdemokratische Gesundheitspolitik immer an den realen Lebensumständen der Menschen zu orientieren.“, so Hagedorn.
Mir ist das Thema Pflege sehr wichtig: In Würde älter werden zu können – das ist seit 11 Jahren mein politischer Schwerpunkt als Bundestagsabgeordnete, geprägt von persönlicher Erfahrung mit Krankheit, Pflege und Tod meiner mit 105 Jahren verstorbenen Oma und meines im letzten Jahr verstorbenen Vaters. Meine 84-jährige Mutter wird seit langem von mir in Eutin betreut. Zwischen Fehmarn und Reinfeld gehören Kliniken, Reha-Einrichtungen, Seniorenresidenzen und Pflegeheime längst zu den größten Arbeitgebern, wo sich die engagierten Mitarbeiterinnen rund um die Uhr mit viel Know-How um das Wohl der Patienten und Bewohner kümmern – leider fast immer zu schlecht bezahlt und in zu geringer Besetzung. In den Gesundheits- und Pflegeberufen steigen die Krankenquoten aufgrund von Überlastung, zu geringer Wertschätzung für die Arbeit und Frust. Gleichzeitig ist in unserer Region ein deutlicher Fachkräftemangel spürbar, der sich in den nächsten Jahren dramatisch steigern wird: Hier muss die Politik handeln! Mehr zum Thema lesen Sie hier.