
Der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes e.V. und CDU Bundestagsabgeordnete, Jochen Borchert, ist meiner Einladung zu einem Besuch des Schießsportzentrums Kasseedorf am 12.06.09 gefolgt. Borchert war beindruckt: „Ich hoffe, dass der Betrieb bald in vollem Umfang beginnen kann. Jetzt kommt es darauf an, die Finanzierung zu sichern.“
Für die Fledermäuse, die sich in einer alten Schießstand-Einhausung angesiedelt hatten, wurden Ersatzquartiere geschaffen. Es wurden 15 kleine und ein großes Fledermaushaus gebaut. Außerdem wurden 15 Fledermaustafeln an rauem Untergrund und sichernde Maßnahmen an Gebäuden durch Blechattika, Spaltendächer mit Teerpappe und Holzverschalungen von 1200 m² gebaut. Dafür wurden 95.000 Euro aufgewendet – 175.000 Euro wurden ursprünglich veranschlagt, 80.000 Euro haben die Jäger durch ehrenamtlichen Einsatz gespart. Erfahrene Fledermaus-Experten haben die ganze Maßnahme begleitet, und werden auch weiterhin die Entwicklung der Population beobachten.
Das Schießsportzentrum Kasseedorf ist ein wesentliches Projekt meiner kommunalpolitischen Vergangenheit als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Kasseedorf und Amtsvorsteherin des damaligen Amtes Schönwalde von 1997 bis 2003. Just in diese Zeit fiel 1997 die Entwidmung des knapp 13 ha großen Areals als Schießplatz der Bundeswehr. Zusammen mit dem Landesjagdverband und den vier regionalen Kreisjägerschaften habe ich damals gemeinsam mit Verwaltung und Gemeindevertreten das Projekt in seiner heutigen Form entwickelt und gegen große Widerstände in der Region durchgesetzt. Jahrelanger Protest gegen dieses Projekt ging nicht nur von Bürgerinitiativen, sondern teilweise auch von der Kommunalpolitik der beiden großen Volksparteien, insbesondere von der Kreisstadt Eutin aus. Selbst auf Landesebene war das Projekt Konfliktfall in der damaligen Koalition mit den Grünen und konnte aber Dank der Fürsprache aus Ministerium und Staatskanzlei durchgesetzt werden.

Es war ein Kraftakt für die Kasseedorfer Kommunalpolitik über die Jahre stabile Mehrheiten für dieses Projekt mit seinen herausragenden planerischen und fachlichen Aufgabenstellungen zu garantieren – aber es gelang. Ich bin unglaublich froh und auch ein bisschen stolz, dass sich „der lange Atem“ aller Beteiligten gelohnt hat und das Projekt jetzt auf der „Zielgerade“ der endgültigen Verwirklichung angekommen ist. Es ist ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für die Jägerschaft, wenn der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes nach Kasseedorf kommt, um sich die Pläne und Zukunftsaufgaben erläutern zu lassen. Dieser Besuch betont den Stellenwert dieses Zentrums für die Region, für Schleswig-Holstein und den Norddeutschen Raum.
Die Vorstellung des „Grünen Klassenzimmers Kasseedorf“, dass unter Mitwirkung der Leader+-Region und mit finanzieller Unterstützung durch diese Aktivitäten im Februar 2009 eröffnet wurde, ist sicherlich ein wichtiger Baustein des Schießsportzentrums. Dieses Projekt, das sich speziell an Kinder- und Jugendliche richtet, aber auch an Organisationen, die dem Natur- und Tierschutz verbunden sind, soll jungen Menschen unter umweltpädagogischer Begleitung durch Unterricht und praktische Arbeit die Themen Natur und Umwelt, Energie und Wasser sowie Gesundheit und Ernährung auf spielerische und zugleich lehrreiche Weise näher gebracht werden. Im Rahmen des Projekts sollen auch naturpädagogische Seminare für Multiplikatoren wie Lehrer, Erzieher und Umweltpädagogen abgehalten werden – so will die Jägerschaften sich breiten Bevölkerungsteilen und den Touristen mit ihren Angeboten öffnen und letztlich auch die Akzeptanz für das eigene Wirken in der Natur erhöhen.