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„Weiblich, jung, afghanisch – Perspektiven der Frauen und Afghanistan“

Veranstaltungen


Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Tina Marie Blohm.
Eutin, 09.07.2009

Die Dithmarscherin Tina Marie Blohm leitet seit Dezember 2008 das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul. Sie beschrieb zwei Frauen einer neuen Generation, die sich nicht mehr unter die Burka und zum Dasein eines rechtlosen Wesens zwingen lassen:
Die Leiterin eines Frauenhauses in der Provinzhauptstadt Herad und eine 28jährige Angestellte des Goethe Institutes in Kabul, die bei deutschen Soldaten die deutsche Sprache gelernt hat und sich erfolgreich einer immer noch üblichen Verheiratung widersetzt. Tina Blohm: „Sie liefert fast ihr ganzes Einkommen bei ihrem Vater ab und erkauft sich damit quasi die Freiheit, unverheiratet zu bleiben.“

Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung konzentriert sich darauf, demokratische Prozesse zu fördern und über die Vermittlung von Methoden friedlicher Konfliktlösung für die Frieden zu arbeiten.

Um die Rechte der Frauen war es in Afghanistan unter der Talibanherrschaft extrem schlecht bestellt. Sieben Jahre nach Ende des Regimes scheinen Attacken gegen Frauen wieder auf der Tagesordnung zu sein. Auch das umstrittene Ehegesetz sorgt für negative Schlagzeilen. Zugleich gibt es Verbesserungen: das heiratsfähige Alter von Frauen wurde von neun auf 16 Jahre hoch gesetzt, Frauen haben jetzt das Recht, zur Schule zu gehen und können außerhalb des Hauses arbeiten. 38% der Schulkinder sind heute Mädchen, 2002 waren es 3%. Inzwischen arbeiten Frauen u.a. als Journalistinnen, Polizistinnen und Professorinnen.
Alarmierend bleibt jedoch, dass ca. 80% aller Frauen ihre Rechte überhaupt nicht kennen und mehr als 80% Analphabetinnen sind. Dabei braucht ein Land im Aufbau unbedingt die Beteiligung der Frauen.

Die Veranstaltung war von 60 diskussions- und fragefreudigen Zuhörern besucht. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Redaktionsleiter des Ostholsteiner Anzeigers Achim Krauskopf.