
Am Abend luden Bettina Hagedorn und Peer Steinbrück zu einer öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Ist der Euro in Gefahr“ nach Grömitz ein. Auch hier fesselte er sofort die 200 Gäste mit seinem verständlichen Vortrag und anschaulichen Beispielen, versehen mit einer Portion Humor.

Sein Vortrag begann mit der These, dass dem Euro nicht Gefahr durch zu viel Europa sondern durch zu wenig Europa drohe. Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Er ging in seinen weiteren Ausführungen darauf ein, dass eine abgestimmt europäische Wirtschaftspolitik erforderlich wird, um sich den Euro im ruhigen Fahrwasser entwickeln zu lassen.

Die immerwährenden Forderungen, die auch im Anschluss an seinem Vortrag von einigen Zuhörern vorgetragen wurden, wieder zur jeweiligen nationalen Währung zurück zu kehren, erteilte Steinbrück eine Absage. Der ehemalige Bundesfinanzminister zeigte auf, welche Verluste die Wirtschaft zu kompensieren hätte, die durch die Wechsel- und Umrechnungstätigkeiten durch die Exporte entstünden. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass sich die deutsche Wirtschaft nicht allein aus Exporten absichern könne. Der Binnenhandel muss viel stärker entwickelt werden. In seinem Vortrag ging er darauf ein, dass es viele aufstrebenden Nationen gäbe, die Deutschland und Europa ganz schnell den Rang als guten Wirtschaftsstandort streitig machen könnten. So ging er auf den wachsenden asiatischen Markt ein. Das schier unglaubliche Wirtschaftswachstum Chinas, die in den wirtschaftlichen Startlöchern stehenden Nationen wie Brasilien, Mexicos und vielen afrikanischen Staaten, werden zukünftig billiger produzieren können. Deutschland und Europa werden diesen Wettstreit verlieren. Unsere Investitionen müssen in die Bildung und die Qualität der Produkte getätigt werden. Somit ist Bildung der Schlüssel und der Ausweg aus allen Krisen. Peer Steinbrück fordert die Bildungsetats aufzustocken, für ausreichende und bezahlbare Betreuung unter dreijähriger zu sorgen und die föderalistische Bildungsvielfalt einzudämmen.
