Die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, stellv. haushaltspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hatte erst am 4. Februar 2011 in einer Pressemitteilung die finanziellen Kalkulationsgrundlagen für einen Absenktunnel als feste Beltquerung als unseriös bewertet und die Schwachstellen nachvollziehbar begründet. Im Hinblick auf die Presseberichte vom vergangenen Wochenende über der Kalkulation zugrunde liegende polnische Löhne und Preise und das Statement des Verbands der Deutschen Betonfertigteile-Industrie sieht sie sich nun voll bestätigt.
21.02.2011: Hagedorns Skepsis bestätigt: Dänische Kalkulationen zu den Kosten des Tunnels unseriös!
Pressemitteilungen
Hagedorn: „Fakt ist, dass es bei den Kalkulationsgrundlagen von Femern A/S zum Bauvorhaben „Fehmarnbeltquerung“ ganz offensichtlich viele Unbekannte gibt! Dass nun die Presse entlarvt, dass die dänische Baukostenkalkulationen auf der Grundlage von polnischen Preisen und Löhnen geschätzt wurde, während gleichzeitig der dänische Verkehrsminister Abgeordneten in Dänemark und Deutschland zusichert, dass beide Länder mit Arbeitsplätzen in Bauhäfen nennenswert profitieren sollen, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Die Befürworter der Beltquerung haben in jedem Fall einen hohen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten, weil öffentlich wurde, dass sie fast naiv Taschenspielertricks von Femern A/S nicht durchschaut haben. Kaum zu fassen, dass sich Femern A/S nach diesem Fiasko mit dem fadenscheinigen Hinweis auf ‚Konkurrenzgründe‘ weigert, seine Kalkulation transparent zu machen und Vertrauen neu herzustellen.“
Wie die Medien berichtet hatten, schätzt der Verband der Deutschen Betonfertigteile-Industrie, dass die Kosten für die Betonelemente des Tunnels - sofern sie auf Lolland in Dänemark oder in Lübeck gefertigt würden - bis zu 500 Mio. € teurer würden als bislang von Femern A/S kalkuliert.
Hagedorn: „Ich vertraue natürlich darauf, dass die feste Zusage des dänischen Verkehrsministers an Abgeordnete beider Länder gilt, dass die Betonteile für den geplanten Absenktunnel – falls er denn überhaupt gebaut wird – in Dänemark und Lübeck für Wertschöpfung und Arbeit sorgen sollen. Allerdings ist mir angesichts der Notwendigkeit einer europaweiten Ausschreibung und der strengen europa- und vergaberechtlichen Vorgaben nicht ganz klar, wie Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt diese Zusage garantieren will. Für den Fall aber, dass sie Bestand hat, ist eines klar: der Absenktunnel wird mindestens 500 Mio. € teurer und kostet folglich statt 5,1 Mrd € mindestens 5,6 Mrd. € - also erheblich mehr als die ursprünglich gewollte Brücke. Wahrscheinlich fürchtete man bei Femern A/S, dass mit dieser Tatsache die Akzeptanz für das Tunnelprojekt im dänischen Folketing ‚Schiffbruch‘ erleiden würde. Glaubwürdigkeit entsteht so aber nicht. “



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