Am 1. Juli 2011 fand es zum 3. – und vielleicht zum letzten? –Mal statt: das aus Schleswig-Holstein/Bad Malente exportierte Modell des Schülerwettbewerbes der „Ecoplicyade“, an dem seit 2009 über 400.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit teilgenommen haben! Am Ende hat aller Einsatz offenbar doch nichts genützt: Wie Ostholsteins SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn aktuell schriftlich aus dem Bundesinnenministerium erfuhr, wird die schwarz-gelbe Bundesregierung ab 2012 die Förderung des Erfolgsprojekts „Ecopolicyade“ mit Bundesmitteln durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) streichen. Lapidar heißt es dazu mit einem Satz: „Nach Abschluss einer nochmaligen Prüfung der hier vorliegenden Unterlagen bestehen leider unverändert keine Möglichkeiten, das Projekt über das laufende Haushaltsjahr (Anm.: 2011) hinaus finanziell zu fördern.“
22.12.2011: Schwarz-Gelb streicht Bundesförderung: Erfolgreicher Schülerwettbewerb „Ecopolicyade“ vor dem Aus!
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Hagedorn reagiert mit völligem Unverständnis: „Mit dieser Entscheidung wird klar, was von all den Sonntagsreden von Schwarz-Gelb in Berlin zur Stärkung der politischen Bildung und des Engagements für Demokratie und Toleranz unter Jugendlichen zu halten ist – nämlich nichts! Noch nach den Haushaltsverhandlungen und angesichts der Debatte zur Prävention gegen den Rechtsextremismus hatte ich Bundesinnenminister Friedrich im Parlament persönlich darauf angesprochen, ob die dramatischen Kürzungen bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) in Höhe von 2,3 Mio. € mit der Streichung der Förderzusage für die ‚Ecopicyade‘ aufrecht erhalten werden sollen – woraufhin er eine Prüfung in Aussicht gestellt hatte. Ich hätte nicht erwartet, dass ein solches Programm, das Schüler spielend dazu motiviert, sich IT-gestützt mit Klimaschutz-, Wirtschafts- und Politikaspekten zu beschäftigen, angesichts der aktuellen Debatte um den Kampf gegen Rechtsextremismus und FÜR staatspolitisches Engagement dem Rotstift zum Opfer fällt. Was ist das für ein Signal an unsere Jugend!?“
Hintergrund: Im Oktober 2008 hatte Bettina Hagedorn als damalige Hauptberichterstatterin im Haushaltsausschuss für das Innenministerium in der großen Koalition erfolgreich eine Anschubfinanzierung zur bundesweiten Einführung der aus Schleswig-Holstein/Hauptschule Bad Malente stammenden Idee der „Ecopolicyade“ in Höhe von 200.000 Euro durchsetzen können. Seitdem wurde der Wettbewerb jährlich mit Bundesmitteln gefördert und konnte - Dank dieser Verlässlichkeit - mittlerweile drei bundesweite Wettbewerbe mit ständig wachsender Resonanz unter den Schulen bundesweit und - als jährlichen Höhepunkt - den Bundesentscheid in Berlin (zuletzt am 1. Juli 2011) durchführen. Seitdem haben sich insgesamt rd. 400.000 Schülerinnen und Schüler in 16 Bundesländern engagiert und gezeigt, dass sich junge Menschen spielerisch dazu motivieren lassen, sich mit sonst schwer zugänglichen und komplexen, gesellschaftspolitschen Sachverhalten zu beschäftigen.
Hagedorn: „Es ist schon bezeichnend genug für Schwarz-Gelb, dass das Budget für politische Bildungsarbeit um mehr als 2,3 Mio. Euro gekürzt wird. Doch dass darunter nun ausgerechnet die ‚Ecopolicyade‘ zu leiden hat, ist eine herbe Enttäuschung für die vielen engagierten Schüler und Lehrer – nicht zuletzt bei uns in Schleswig-Holstein, dem ‚Heimatland‘ des Wettbewerbs, der hier schon seit 2004 mit enormer Resonanz stattfindet und bislang jedes Jahr mit seinem Landessieger mit einem der Spitzenplätze im Bundeswettbewerb vertreten war. Mittlerweile ist der Wettbewerb zum internationalen 'Exportschlager' geworden – aus Österreich, Kanada und sogar aus China gibt es schon Anfragen! Der Hauptsponsor – das international bekannte Unternehmen Malik-Management (für Führungskräfte) aus der Schweiz (St:Gallen) – ist ein Aushängeschild für die Zukunftsfähigkeit dieses Vorzeigeprojektes. Dieses Potenzial dürfen wir nicht ungenutzt lassen! Ich hoffe sehr, dass sich die ‚Ecopolicyade‘ in Zukunft wenigstens durch weitere Sponsoren halten kann – wenn schon die Bundespolitik in der Verantwortung von CDU/CSU/FDP versagt!“



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