Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus
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Am 27. Januar wird seit 1996 bundesweit der Befreiung des KZ Auschwitz im Jahre 1945 gedacht. Auch in Ostholstein finden dazu traditionell Gedenkveranstaltungen statt, wie etwa die Nacherzählung der Geschichte eines Todesmarschs in der Gedenkstätte Ahrensbök. Im Deutschen Bundestag wurde an diesem Tag die Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ eröffnet.
Bei der Eröffnung dieser Wanderausstellung, die von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors entwickelt wurde, war die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn selbstverständlich dabei: „Mit der Ausstellung wird der Blick endlich auf die Opfer gelenkt, die vom NS-Regime auf Grund von Krankheiten und Behinderungen systematisch ausgegrenzt, gefoltert und getötet wurden. In eindrucksvoller Weise werden Opfer hier mit ihrer Biographie dargestellt, aber auch Aussagen von Tätern und Tatbeteiligten werden kritisch behandelt.“
Ebenfalls am 27. Januar fand im Plenum des Deutschen Bundestages - wie in jedem Jahr - eine Sondersitzung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Dabei hielt der 95-jährige russische Schriftsteller und KZ-Überlebende Daniil Granin eine bewegende Rede von seinen Erlebnissen als Kriegsfreiwilliger der Volkswehr.
Auch in Ostholstein wird – wie bspw. in der Neustädter AMEOS-Klinik – alljährlich den Opfern des Nationalsozialismus besonders gedacht. Von hier wurden ab 1942 Patienten mit geistigen und körperlichen Behinderungen in andere Anstalten verlegt, wo sie Opfer der grausamen Euthanasieprogramme der Nationalsozialisten wurden. Ebenso wird in Ahrensbök an die Verbrechen des NS-Regime erinnert, wo die Gedenkstätte seit 2001 neben Schulklassen und anderen Jugendgruppen auch Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen Gedenken einlädt.
Hagedorn: „In Schleswig-Holstein gibt es keinen authentischeren Ort, der an das schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Wer nicht nach Berlin kommen kann, um die bewegende Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet“ zu besuchen, dem empfehle ich einen Besuch der Gedenkstätte Ahrensbök.“
Die Ausstellung des Deutschen Bundestages kann nach vorheriger Anmeldung noch bis zum 28. Februar 2014 im Paul-Löbe-Haus besucht werden. Anmelden können Sie sich dafür unter: info-ausstellungen-plh@bundestag.de.