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Erfahrungsbericht von der USA-Austauschschülerin Carola Steinbacher

Aktuelles

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn traf am 28. August 2010 die 21-jährigen USA Austauschschülerin Carola Steinbacher aus Ratekau nach ihrer Rückkehr von ihrem einjährigen USA-Aufenthalt. Bereits zum 8. Mal konnte die Abgeordnete als „Patin“ von Carola Steinbacher letzten Sommer im Rahmen des Programms des Deutschen Bundestages einem jungen Menschen einen USA-Aufenthalt ermöglichen – sieben Mal kamen Schülerinnen und Schüler zum Zuge.

Carola Steinbacher war erst die zweite Stipendiatin seit 2003, die nach ihrer Berufsausbildung dieses Stipendium erhielt. Die junge Frau aus Ratekau hat als 2008 erfolgreich ausgebildete Bürokauffrau in den USA zuerst einen viermonatigen College-Besuch absolviert und dann berufsbezogene Praktikas in amerikanischen Unternehmen absolviert. Trotz Wechsel der Gastfamilie und Wirtschaftskrise in den USA konnte Carola Steinbacher viele wertvolle und positive Erfahrungen sammeln. Anbei finden sie einen aktuellen Erfahrungsbericht von Carola Steinbacher persönlich verfasst:

Im Nachhinein vermisse ich einiges von meinem amerikanischen Leben, aber dennoch bin ich froh wieder hier zu sein.
Nach meinem Gastfamilienwechsel und dem damit zusammenhängenden Umzug nach Kentucky, verbesserte sich Vieles. Besonders meine Stimmung und meine Einstellung zu der Entscheidung nach Amerika gegangen zu sein. Zwar war der Januar geprägt durch die Arbeitssuche und mehrere Niederschläge, aber im Februar fand ich dann letztendlich zumindest einen Teilzeitjob in einem Einrichtungsgeschäft. Einige Wochen darauf folgte ein weiterer Job in einem Meereszentrum, der mir wesentlich mehr Freude, Kontakte und Erfahrungen brachte. Von dort an genoss ich meine Zeit in den Staaten und ob obwohl mich ständig ein wenig Heimweh begleitete, hatte ich tatsächlich Spaß. Viel dazu trug meine Mitbewohnerin bei, die immer mehr zu einer Freundin wurde und die mir ständig zur Seite stand.
Durch die Arbeit im Meereszentrum „Newport Aquarium“ trat ich in regen Kontakt mit gleichaltrigen Kollegen/Kolleginnen, die sich sehr für „The German Girl“ interessierten. So wurden auch Arbeitsstunden an Wochenenden und Feiertagen, wie Ostern, zu netten Erfahrungen mit tollen Kollegen und überwiegend freundlichen Gästen. Ich konnte übrigens den einen oder anderen Gast aus der „Heimat“ begrüßen und auch viele Amerikaner fragten interessiert nach meinem Akzent und sprachen mit mir in einem gebrochenen Deutsch.
Außerdem lernte ich eine Gruppe junger deutscher Studenten kennen, die rund um Cincinnati ein Praktikum für ihr Studium absolvierten. So bildete sich aus uns ein angenehm vertrauter Freundeskreis, den jeder von uns genoss. Wir unternahmen Ausflüge oder trafen uns an den Wochenende im „Hofbräuhaus“ in Newport / Kentucky.
Die Umgebung von Cincinnati / Ohio ist sehr von Deutschen, Österreichern und Schweizern geprägt, die sich vor Jahrhunderten dort ansiedelten. Gerade dieses Flair, bei dem man ständig einer „Mainstrasse“, einem deutschen Gottesdienst oder einem „Maifest“ begegnete, macht Cincinnati und Umgebung zu meiner zweiten Heimat.
Und nach all den guten und auch gelegentlich schlechten Erfahrungen in den Monaten seit Dezember, mochte ich kaum daran denken, dass bald das Ende des Junis nahte und ich mich von all dem verabschieden musste, was mir mit der Zeit so ans Herz gewachsen war.
Der letzte Abend im Hofbräuhaus, mit der ständig angenehm lauen Wärme, den vertrauten Freunden und dem letzten Blick auf die beleuchtete Skyline Cincinnatis.

Nach diesem Abschied (der definitiv nicht für immer war) flog ich am nächsten Tag nach Seattle und traf dort Freunde vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm. Wir reisten zu fünft die Westküste entlang, besichtigten San Francisco, Santa Barbara, Los Angeles, San Diego und vieles mehr. Danach verbrachte ich mit anderen Freunden eine knappe Woche auf Oahu / Hawaii und genoss dort einen erholsamen Urlaub mit einem Gefühl, der absoluten Unabhängigkeit und Freiheit. Zwei Tage und mehrere Flüge später trafen sich 75 deutsche Juniorbotschafter in Washington D.C. wieder, feierten einen vergangenes Auslandsjahr und traten vor den richtigen Abschied.
Am 29. Juli landete ich in Hamburg und bin glücklich Ostholstein wieder zu haben.
Cincinnati fehlt. Aber der Flug meiner (Ex-)Mitbewohnerin nach Deutschland ist bereits gebucht.

Carola Steinbacher