
Bettina Hagedorn und Lina Köpsel
„Wie sieht der Arbeitsalltag einer Politikerin aus? Welchen Einfluss haben im Bundestag Abgeordnete in der Ausschussarbeit? Und welche Chance habe ich selbst, wenn ich mich als junge Frau politisch engagieren will?“ Diese und weitere Fragen konnte Lina Köpsel aus Schashagen, Schülerin des 10. Jahrgangs im Küstengymnasium Neustadt, am 25. und 26. April „ihrer“ Wahlkreisabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) ganz persönlich stellen. Auf Einladung Hagedorns war die 16-Jährige zum nunmehr 12. bundesweiten Girls‘ Day nach Berlin gekommen, um einen intensiven Blick hinter die politischen Kulissen der Hauptstadt zu werfen - bereits zum 8. Mal gab Bettina Hagedorn einer jungen Frau die Chance, ihren Politikalltag zu begleiten und an einem spannenden Programm der SPD-Bundestagsfraktion teilzunehmen.
Bettina Hagedorn: „Ich will Mädchen mit politischem Interesse ermutigen, den Arbeitsalltag von Abgeordneten im Berliner Bundestag einmal hautnah und ganz authentisch kennenzulernen. Mit dem Girls’ Day sollen ja generell Rollenklischees von männer- bzw. frauendominierten Berufen aus den Köpfen verbannt und Mädchen die Botschaft vermittelt werden: Traut euch und euren Fähigkeiten, seid neugierig auf neue Berufsfelder! Der Girls‘ Day ist natürlich auch ‚Werbung in eigener Sache‘, die leider immer noch bitter nötig ist: In der SPD-Fraktion sind zwar immerhin 57 weibliche und 89 männliche Abgeordnete - insgesamt gehören dem Bundestag aber nur knapp 33 Prozent Frauen an. Und der Haushaltsausschuss ist immer noch eine echte Männerdomäne: auf 34 Männer kommen 7 Frauen – immerhin stellt die SPD mit Petra Merkel seit 2009 die 1. weibliche Ausschussvorsitzende seit Bestehen der Republik in diesem ‚Königsausschuss‘ des Parlamentes: ein gutes Vorbild! Wir brauchen in der Politik engagierten Nachwuchs und gerade auch interessierte junge Frauen - und es gibt viele Chancen der Mitwirkung. Deshalb freue ich mich jedes Jahr aufs Neue, einem Mädchen diese Chance in Berlin zu geben.“
Und so startete Lina Köpsel gleich nach der Ankunft in Berlin ihre Stippvisite im Haushaltsausschuss auf der Besuchertribüne, wo sie Bettina Hagedorn als stellvertretende Sprecherin für die SPD „live“ erlebte. Nach einer 3 stündigen Diskussion mit Bundesbankchef Jens Weidmann zum Europäischen Stabilitätsmechanismus, zum Fiskalpakt und zur Finanztransaktionssteuer stand u.a. auch noch das eher „bodenständige“ und für den Gesundheitsstandort Ostholsteins so wichtige Thema der Mutter-/Vater-Kind-Kuren auf der Tagesordnung. Nach langer Sitzung zeigte Bettina Hagedorn ihrem jungen Gast aus Schashagen noch die altehrwürdige „Parlamentarische Gesellschaft“ im historischen Reichspräsidentenpalais, wo die beiden sich bei einem Abendessen besser kennenlernen und über die Erwartungen am nächsten Tag auszutauschen konnten.
Am Donnerstag um 8 Uhr begrüßte SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier höchstpersönlich die 70 jungen Frauen zu einem gemeinsamen Frühstück im Reichstag, die dieses Jahr auf Einladung der SPD-Bundestagsfraktion aus dem ganzen Bundesgebiet nach Berlin angereist waren. Bei der Live-Debatte im Bundestag wurde über die Pflegereform und anschließend über die Lebenssituation von Hartz-IV-Empfängern unter 25 Jahren lebhaft diskutiert. Und dann ging es beim Planspiel „Wählen ab 16“ um eigene Aktivitäten: die Schülerinnen lernten anhand konkreter Themen, wie man einen Gesetzentwurf einbringt, wie ein Gesetz verabschiedet wird und dann in Kraft tritt. In einer spannenden Diskussionsrunde unter dem Motto „Frauen (M)acht Politik!“ berichteten führende SPD-Politikerinnen, wie sie den Weg in die Politik gefunden und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Bei ihnen konnten sich die jungen Frauen viele wertvolle Tipps holen, wie sie sich selbst engagieren können und welche Qualifikationen notwendig sind, um in der Politik erfolgreich zu arbeiten.
Lina Köpsel resümiert ihre Reise nach Berlin: „Der Girl’s Day im Bundestag war eine gute Chance für mich einen umfangreichen Einblick in den Beruf als Politikerin zu erlangen und neue Erfahrungen zu sammeln. Besonders interessant war der Plenarbesuch, da man hautnah miterleben konnte, wie lebendig die Politik hier in Berlin ist. Auch der persönliche Kontakt mit Bettina Hagedorn und ihren Mitarbeiterinnen war sehr aufschlussreich!“

