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Hermann Scheer mit ergreifendem Plädoyer für erneuerbare Energien in Oldenburg

Aktuelles


Zusammen mit Hermann Scheer (re.) und dem Landtagskandidaten Lars Winter (li.) auf dem Podium

Am 25. August lauschten über hundert interessierte Menschen und ich gemeinsam mit unserem SPD-Kandidaten für den Landtag Lars Winter dem fesselnden Vortrag des Bundestagsabgeordneten und Trägers des Alternativen Nobelpreises Hermann Scheer. In dem voll besetzten Saal des Oldenburger Schützenhofs war es während der 90 Minuten langen Rede meines Bundestagskollegen über "Zukunftsfähige Stromversorgung ohne Großkraftwerke" mucksmäuschenstill.


Hermann Scheer begeisterte das Oldenburger Publikum mit einem eindrucksvollen Referat

Drei bis vier Jahrzehnte könne man wohl so weiter wirtschaften wie bisher, dann jedoch sei die atomar-fossile Energiegewinnung am Ende, so Scheer. Darum ist es schon jetzt besonders wichtig, auf erneuerbare Energien umzustellen, einer "Koalition der Aufschieber" in Politik und Energiewirtschaft darf man nicht das Ruder überlassen. In Anbetracht der Prognose des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, dass bis 2020 Schleswig-Holstein seine Energie komplett - zu einhundert Prozent! – allein aus Windenergie gewinnen könnte, erscheint die atomar-fossile Lobby auch nur noch gestrig und auf den eigenen finanziellen Vorteil bedacht. Wieso die Landes-CDU trotzdem weiter an dem Bau von zwei neuen Kohlekraftwerken in unserem Land festhält, kann ich nicht nachvollziehen. Zur Überbrückung von Versorgungsschwankungen, wie das Wissenschaftsministerium die fossile Energiegewinnung in dem Zusammenhang rechtfertigt, braucht man die zwei Kraftwerke jedenfalls nicht. Bei dem gegenwärtigen Ausbautempo der Energiegewinnung durch Sonne, Wind, Wasserkraft und nachwachsende Rohstoffe könnte sogar die ganze Republik in dreißig Jahren zu 100% umweltgerecht mit Strom versorgt sein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir hinterlassen den nachfolgenden Generationen keine ressourcenarme Erde, die Atmosphäre bleibt von den Verbrennungsgasen der Großkraftwerke verschont, die hochriskante unterirdische CO2-Speicherung erübrigt sich und das unlösbare Atommüllproblem vergrößert sich nicht weiter. Darüber hinaus ist der weitere Ausbau der regenerativen Energien auch finanziell von Vorteil, denn sie werden dort gewonnen, wo sie auch verbraucht werden. Allein unser Kreis Ostholstein hat jährliche Energiekosten von geschätzten 600 Mio. Euro. Wäre es nicht schön, dieses Geld vor Ort zu behalten, statt es an nach Moskau oder in den Persischen Golf zu überweisen? Die Region könnte einen gewaltigen Entwicklungsschub erleben.


Die Resonanz auf Hermann Scheer war überwältigend! Hier der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal im Oldenburger Schützenhof.

Im offenen Gespräch nach dem Vortrag gab es für uns Gelegenheit dazu, den guten Fragen der vielen interessierten Zuhörern Rede und Antwort zu stehen. Hermann Scheer beantwortete die vielen Fragen mit Herzblut und konnte offenbar einige Unentschiedene für den Ausbau erneuerbarer Energien gewinnen. Ich selbst konnte dabei unter anderem auch noch einmal darauf hinweisen, dass ich, wie auch die ganze SPD, eine unterirdische CO2-Speicherung nahe Eggebek oder überhaupt in Schleswig-Holstein ablehne. Doppeldeutige Aussagen wie von Jost de Jager oder Peter-Harry Carstensen über gutes und schlechtes CO2 sucht man bei uns vergebens. Uns ist es gleich, ob Kohlendioxid aus Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen kommt, das bei uns in den Boden gepresst werden soll - dort gehört es einfach nicht hin!