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Kritische Stimmen zur Wirtschaftlichkeit der Beltquerung werden auch in Dänemark lauter

Pressemitteilungen

Die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, stellv. haushaltspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, legt Übersetzungen aktueller Artikel von dänischen Medien mit ihrer Kritik an der Fehmarnbeltquerung vor, die belegen: auch in Dänemark wächst die Skepsis gegenüber der Wirtschaftlichkeit der Festen Beltquerung als Tunnellösung. Gleichzeitig findet die in Deutschland geübte Kritik – ob im Bundestag, von Umweltverbänden oder auch unter dem Einfluss sich neu gründender Bürgerinitiativen bis in den Randbereich Hamburgs hinein - mediale Aufmerksamkeit.

Hagedorn: „Fakt ist, dass entgegen aller Unkenrufe auch in Dänemark die kritischen Fragen in der Presse immer lauter gestellt werden.“ Jüngstes Beispiel: Unter der Überschrift ‚Die Fähren fahren weiter über den Fehmarnbelt‘ räumt Femern A/S in Jyllands-Posten am 16. Februar ein (Zitat): „Die (Verkehrs-) Prognose selbst rechnet nicht mit einer Fortsetzung des Fährverkehrs.“ Das könne eine ernste Bedrohung für die gesamte Wirtschaftlichkeit des Fehmarnprojekts sein und einen ,Preiskrieg‘ zwischen Tunnel- und Fährbetreibern provozieren, der die Preise drücken und die Wirtschaftlichkeit der Beltquerung gefährden würde.

Jyllands-Posten zitiert die Scandlines-Sprecherin Susanne Brigitte Kock im Gegenzug: „Die Prognosen der Femern A/S für den zukünftigen Verkehr bauen auf einer unsicheren Grundlage, … dass die Fähren den Betrieb einstellen, wenn eine Brücke oder ein Tunnel da ist. Das tun sie aber nicht. Deshalb kann man gern anfangen, auf Grundlage einer völlig neuen Verkehrsprognose von vorn zu rechnen.“ Und der Leiter der Unternehmenskommunikation von Femern A/S, Ajs Dam, räumt in demselben Artikel ein: „Die Verkehrsprognose beruht auf Zahlenmaterial von 2003.“

Zusätzlich berichtet Jyllands-Posten auch über die Skepsis, „dass man 25 Prozent der Kunden an die Fähren verliert, da etwa ein Viertel der Bevölkerung an Tunnelangst leidet und sich deshalb nicht traut, durch den kommenden Tunnel zu fahren.“ Am 15. Februar 2011 berichteten auch die beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Dänemarks DR1 und TV2, sowie die Zeitungen Folketidende und Inginøren in ihren Onlineportalen über die Möglichkeit geschönter Verkehrsprognosen durch Femern A/S. Erste deutlich kritische Artikel über das Beltquerungsprojekt erschienen im Oktober 2010, u.a. in der renommierten dänischen Tageszeitung POLITIKEN.

Hagedorn: „Es ist erstens erkennbar, dass auch in Dänemark die Kritik an der Fehmarnbeltquerung wächst und zweitens die in Deutschland geübte Kritik in Dänemark stärker wahrgenommen wird als bislang. Das wiederum wird in Deutschland noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Es zeigt aber glasklar, dass die Diskussion über die Feste Fehmarnbeltquerung in Dänemark alles andere als beendet ist, sie scheint vielmehr gerade erst loszugehen.“ (Anm.: Die Übersetzungen aller Artikel ins Deutsche erhalten Sie auf Nachfrage gern vom Bundestagsbüro Bettina Hagedorn)