
Bettina Hagedorn mit zwei Heimbewohnerinnen des AWO-Pflegeheimes beim Kaffee
Vom 28. Februar bis 2. März 2011 fanden die 1. SPD „Praxistage“ in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen statt - eine Aktion, bei der bundesweit über 200 SPD-Abgeordnete, Bürgermeister und Landräte aktiv einen Tag lang mitarbeiteten, um einen „Blick hinter die Kulissen“ des Arbeitsalltages des Pflegepersonals zu werfen. Von den SPD-Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein waren fünf von sechs „im Einsatz“ – eine von ihnen: die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, die im AWO-Pflegeheim in Lensahn vor allem bei der Betreuung Dementer assistierte. „Nur so kann man hautnah erfahren, mit welchen Problemen und Herausforderungen die Mitarbeiter in der täglichen Praxis umgehen müssen und welche Bedürfnisse die Heimbewohner haben“, lautet ihr Urteil.

Bettina Hagedorn im Gespräch mit Mitarbeitern des AWO-Pflegeheimes in Lensahn.
Für Bettina Hagedorn haben solche Praktika im Bereich Pflege bereits Tradition: seit 2004 absolvierte sie „Praxistage“ auch schon in Pflegeeinrichtungen in Schönwalde, Bad Malente, Ahrensbök und Grömitz sowie bei einem ambulanten Pflegedienst in Neustadt. „Mein Respekt vor der verantwortungsvollen, körperlich und psychisch anstrengenden Arbeit der Pflegekräfte wächst mit jedem Praktikum – es ist ein Alarmsignal, dass diese Fachkräfte im Schnitt nach 8—9 Jahren Berufstätigkeit aus ihrem Beruf aussteigen. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist längst bedrohlich und nimmt dramatisch zu. Dabei hängt eine gute Pflege vor allem von qualifiziertem und motiviertem Personal ab – die Rahmenbedingungen müssen dringend verbessert werden! Menschenwürdige Pflege und eine auskömmliche, solidarische Finanzierung durch die Bürgerversicherung sind zwei Seiten einer Medaille – dies ist das politische Megathema in Gegenwart und Zukunft“, sagt die Abgeordnete mit Blick auf den demographischen Wandel. Als zuständige Fachfrau für die Bundesagentur für Arbeit im Haushaltsausschuss plädiert sie für eine geförderte 3jährige qualifizierte Umschulung insbesondere für die vielen Frauen, die nach langer Kinderpause den Anschluss an alte Berufsperspektiven verloren haben und in der „Falle“ von Niedriglöhnen durch fehlende Qualifizierung feststecken. „Fehlende Fachkräfte gewinnen wir aber nicht nur durch zusätzliche Ausbildung – sondern vor allem durch gerechte Bezahlung, mehr gesellschaftliche Wertschätzung und Weiterbildung verknüpft mit Aufstiegschancen z.B. im Spezialgebiet ‚Demenz‘.“ Während Schwarz-Gelb aktuell die Pflegeversicherung durch eine individualisierte, Kapital-gedeckte Pflichtversicherung ergänzen und auch in diesem Bereich die „Kopfpauschale durch die Hintertür“ will, hält die SPD an der Maxime fest: Wer mehr hat, der zahlt mehr. Wer weniger hat, zahlt weniger! Am 2. März abends hatte die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete mit der Landtagsabgeordneten Birte Pauls und der Fachreferentin Altenpflege der AWO Schleswig-Holstein, Anke Buhl, zwei kompetente Referentinnen zu dem Thema „Unsere Gesundheit braucht Solidarität“ nach Lensahn eingeladen, wo sie mit über 40 Interessierten diskutierten.