Gespräch zwischen der Bürgerinitiative und dem Land machen Hoffnung
Die engagierte Selenter Bürgerinitiative „Öffnet und rettet die Blomenburg“, die mit der Unterstützung vieler Bürgerinnen und Bürger für die gemeinwohlorientierte Nutzung des aufwendig sanierten historischen Gebäudes kämpft, kann wieder hoffen: in dieser Woche kommt es endlich zu einem Gespräch zur künftigen Nutzung der Blomenburg in Selent zwischen allen Beteiligten in Kiel, für das sich die Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Dr. Philipp Murmann (CDU) nach einem gemeinsamen Besuch in Selent am 1. Februar bei dem zuständigen Wirtschaftsminister Jost de Jager schriftlich stark gemacht hatten.
Beide hatten auf Bitte der Bürgerinitiative den Wirtschaftsminister und die Fraktionsvorsitzenden im Kieler Landtag angeschrieben, um erneut „Bewegung“ in die verfahrene Situation zu bringen (Brief von MdB Hagedorn zur Verwendung in der Anlage).
Hagedorn: „Ich unterstütze das Engagement der Bürgerinitiative voll und ganz, denn es darf nicht sein, dass eine nahezu vollständig – nämlich zu 97,5 % ! - mit öffentlichen Geldern geförderte Sanierungsmaßnahme eines historischen Gebäudes, das jetzt gut ausgestattet und vielseitig nutzbar ideal für Konzerte, Ausstellungen und ähnliche gemeinwohlorientierte Veranstaltungen ist, wegen eines strikt ausgelegten Förderbescheides NICHT der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Die Blomenburg ist für die Kultur wie für den Tourismus ein echtes ‚Highlight‘ und ist mit der Identität der Menschen der Region eng verknüpft – darum drücke ich der Bürgerinitiative beide Daumen, dass Wirtschaftsministerium und Investitionsbank schnellstmöglich einlenken.“
In ihrem Brief hatte Hagedorn an de Jager appelliert, „alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Blomenburg erneut der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, ohne dass sie sich „in das schwebende Verfahren zur Mittelverwendung durch den Investor in enger Kooperation mit Kreis, Kommune und Land einmischen“ wolle. Allerdings erinnert sie als langjähriges Mitglied im Haushalts- und Rechnungsprüfungsausschusses des Bundes nicht nur an die 6,6 Mio. € (75 %), die aus Europa und Berlin an Steuermitteln in dieses Projekt geflossen sind, sondern auch daran, dass die restlichen über 2 Mio. € offenbar zu 80 % vom Kreis und mit 10 % von der Kommune finanziert wurden.
Zitat aus Hagedorns Brief: „Das würde schlicht bedeuten, dass ‚die öffentliche Hand‘ – sprich: der Steuerzahler – auf den fünf verschiedenen Ebenen von Europa, Bund, Land, Kreis bis Kommune – 97,5 % der Gesamtkosten bisher getragen hat und der private Investor 2,5 %. …dann ist es dem Steuerzahler beim besten Willen nicht klar zu machen, warum gemeinwohlorientierte Projekte wie Konzerte, Ausstellungen und Messen, die die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger der Region bereichern und gleichzeitig noch die Attraktivität des Tourismus befördern, in der Blomenburg NICHT stattfinden dürfen.“
Bettina Hagedorn appelliert weiter, „den Ermessensspielraum“ zu nutzen, der – auch nach Auskunft der beiden Europaabgeordneten - beim Ersteller des Förderbescheides liege und verweist auf die Tatsache, dass selbst der bedauerlicherweise verfügte jetzige Leerstand der Blomenburg erneut „den Steuerzahler – über Kreis und Gemeinde – sinnlos Geld kostet“.
Hagedorn: „Ich hoffe auf eine pragmatische, unbürokratische Lösung ‚nah bei den Menschen‘ und darauf, dass der gemeinsame Appell beider Bundestagsabgeordneten jetzt Früchte trägt. Ich wünsche der Bürgerinitiative erfolgreiche Gespräche in Kiel, damit die Blomenburg sich schon bald wieder mit Leben füllt und für die Selenter Bürgerinnen und Bürger sowie für ihre Gäste ein starker Anziehungspunkt wird. Wenn das gelingen könnte, dann wäre das verbaute Geld des Steuerzahlers letztlich sinnvoll angelegt.“