Es war fast wie ein „Klassentreffen“ – ein Wiedersehen mit vielen „alten Bekannten“ und wichtigen Akteuren, die in den letzten 15 (!) Jahren das „Schießsportzentrum Kasseedorf“, das am 15. Dezember 2012 endlich offiziell eröffnet wird, von der „Geburtsstunde“ der ersten Idee 1997, über jahrelange Planungen, Gutachten und Prozesse auf einen mühevollen – aber letztlich erfolgreich – Weg gebracht hatten.

Beim Schießsportzentrum v.l. Lars Winter, Bettina Hagedorn, Rudi Meyer-Böttger, Kirstin Eickhoff-Weber, Graf Holck, Wilhelm Priesmeier und Andreas Schober
Von 1997 bis 2003 wurde meine 20jährige kommunalpolitische Arbeit am Bungsberg (bevor ich 2002 in den Deutschen Bundestag gewählt wurde) als damalige Bürgermeisterin von Kasseedorf und Amtsvorsteherin des damaligen Amtes Schönwalde vorrangig von der kontroversen Debatte und hochkomplexen Überplanung des ehemaligen Bundeswehrgeländes zum Schießsportzentrum in der Trägerschaft des Landesjagdverbandes zusammen mit den vier Kreisjägerschaften aus Oldenburg, Eutin, Lübeck und Plön bestimmt. Viel Herzblut und Engagement, Durchsetzungsvermögen und Konfliktbereitschaft bei allen Akteuren war damals erforderlich … und findet jetzt in einer zukunftsweisenden, ökologisch vorbildlichen Umsetzung der Planung ihren erfolgreichen Abschluss.
Dieser heutige Erfolg ist einerseits dem Kieler Planer Klaus Jänicke zu verdanken, der ebenso den Weg von Kiel nach Kasseedorf gefunden hatte wie der heutige Bürgermeister von Kronshagen, Uwe Meister, der bis 2004 als Amtsleiter in Schönwalde „die Fäden der Planung fest in der Hand“ hatte. Von den schon damals aktiven Verantwortlichen bei den Jägerschaften gab es ein Wiedersehen mit Christian Graf Holck aus Farve, dem jetzigen Vorsitzenden der Betreibergesellschaft, und Kreisjägermeister Rudi Meyer-Böttger aus Sagau. Damit mein Bundestagskollege Dr. Wilhelm Priesmeier als agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ebenso wie seine Fachkollegin aus der SPD-Landtagsfraktion, Kirstin Eickhof-Weber, und unser SPD-Kreisvorsitzende, MdL Lars Winter, einen Eindruck von den millionenschweren Umbaumaßnahmen und gigantischen Erdbewegungen auf dem Gelände zum Ausbau als Schießsportzentrum bekommen konnten, folgte der Erläuterung der Pläne in großer Runde ein beeindruckender Rundgang mit den Geschäftsführern des Landesjagdverbandes, Herrn Schober, sowie der Betreibergesellschaft, Herrn Willms, und weiteren Gästen. Alle Teilnehmer strahlten mit der Herbstsonne um die Wette und freuen sich auf die geplante Eröffnung des 13 ha-Geländes am 15. Dezember.

Fast zehn Jahre dauerte die anspruchsvolle Flächennutzungs- und Bauleitplanung mit der Abarbeitung aller Gutachten, Anhörungen, Gemeindevertreterbeschlüssen und deren Umsetzung - das hat viel Zeit, Energie und auch Nerven gekostet. Im Juni 2008 erhielten die Jäger endlich "grünes Licht" für die bauliche Umsetzung der in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kasseedorf entwickelten Pläne, nachdem der jahrelange Rechtsstreit – last but not least - erfolgreich bewältigt wurde. Unter Einhaltung von Auflagen ist seitdem der Weg frei, um dem Jagdschießen in seiner traditionellen Verantwortung für die tierschutzgerechte Jagd in Schleswig-Holstein eine Zukunft zu bieten. Auf dem ehemaligen Bundeswehrschießplatz entsteht so in der Trägerschaft der Kreisjägerschaften Eutin, Lübeck, Oldenburg und Plön und des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein eine Schießanlage für den Jagd- und Schießport, die für ganz Norddeutschland in ihrer Angebotsqualität, Größenordnung und ökologischen Güte Vorbildcharakter haben soll – sozusagen ein „Leuchtturmprojekt“ für die Jägerschaft insgesamt. Außerdem soll auf dem knapp 13 Hektar großen Gelände eine Begegnungsstätte auch in der Kooperation mit anderen Vereinen, Verbänden und Kooperationspartnern entstehen.