Bettina Hagedorn mit Manuela Herbort und Bernd Homfeldt (beide Deutsche Bahn) (Foto: K. Winter)
Mehr als 100 Schleswig-Holsteiner sind gestern Abend, am 8. Dezember, zu meiner Diskussionsveranstaltung nach Scharbeutz gekommen, um unter dem Titel „Mehr Lärm, höhere Kosten und schlechtere Anbindung für Ostholsteins Kommunen?“ mit meinen Gästen von der Deutschen Bahn, Manuela Herbort und Bernd Homfeldt kritisch über die geplante Hinterlandanbindung zum Fehmarnbelt-Projekt zu diskutieren!
Versprochen — gehalten: Im Januar 2015 habe ich mit meinem Bundestagskollegen, dem Verkehrsausschussvorsitzenden Martin Burkert (SPD), Ratekau, Fehmarn und Bad Schwartau besucht — drei Orte die von einer Fehmarnbeltquerung und ihrer Hinterlandanbindung besonders betroffen wären. Begleitet wurden wir damals von der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn, Manuela Herbort, und dem DB-Projektleiter für die Hinterlandanbindung, Bernd Homfeldt, mit denen wir gemeinsam beim Bürgerdialog in Bad Schwartau diskutierten und viele Fragen beantworteten. Bei diesem Besuch hatten wir fest zugesagt und gemeinsam verabredet, diesen informativen Dialog noch im Jahr 2015 fortzusetzen. Dieses Versprechen konnten Manuela Herbort, Bernd Homfeld und ich bei einer Diskussionsveranstaltung mit über 100 Gästen am 08. Dezember im Kursaal Scharbeutz einlösen.
In meiner Begrüßung konnte ich topaktuell über die Einigung zwischen SPD und Union beim Thema Lärmschutz an europäischen TEN-Güterschwerverkehrstrassen in Deutschland berichten. Nach dem Konflikt um die Ausweitung von zusätzlichen Lärmschutz-Maßnahmen analog zum 1,5 Mrd. teuren Pilotprojekt „Rheintalbahn“ auch auf ähnliche Schienenstrecken in ganz Deutschland hat sich die SPD jetzt durchgesetzt: weitere Maßnahmen zum Lärmschutz werden nicht nur für die Strecke im Rheintal möglich, sondern auch an Güterschwerverkehrstrassen bundesweit. Das gilt auch für die geplante Hinterlandanbindung bei der festen Fehmarnbeltquerung – wenn sie denn kommt! Voraussichtlich am 17.12.15 soll im Bundestag in der kommenden Sitzungswoche abgestimmt werden.
Bei der anschließenden lebhaften Diskussion konnte ich über den Besuch der dänischen Delegation des Folketing in Berlin berichten. Nicht nur die massiven zeitlichen Verzögerung beim geplanten Tunnelbau bis 2027 sondern auch die für Dänemark schlechten Nachrichten aus Brüssel waren Gesprächsthema. Die Frage von Susanne Dittmann, ob eine aktuelle Schätzung für die Feste Fehmarnbeltquerung und die Hinterlandanbindung vorläge, musste Herr Homfeldt verneinen. Die letzte Schätzung ist von 2009. Peter Ninnemann erkundigte sich nach den Kosten für die Gemeinden. Aber auch der Lärmschutz bei Neu- und Ausbau, der Bundesverkehrswegeplan und die Sundbrücke waren Gesprächsthemen.
Wir wollen diesen konstruktiv-kritischen Dialog auch in Zukunft weiter führen.