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Hagedorn ruft auf zur Beteiligung am "Jakob Muth-Preis": Gemeinsam lernen – mit und ohne Behinderung!

Pressemitteilungen

Unter dem Motto „Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung" zeichnet der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Schulen aus, die behinderte und nicht behinderte Kinder vorbildlich zusammen unterrichten. Noch bis zum 14. Mai 2010 kann sich jede Schule bewerben, die sich auf dem Weg zur inklusiven Schule befindet - unabhängig von Schulform oder Trägerschaft. Die drei ersten Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert und werden im November 2010 feierlich verliehen.

Die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn lobt: „Mit dem bundesweiten Preis soll die Praxis von Schulen bekannter gemacht werden, die eine bessere Teilhabe ermöglichen - unabhängig von Herkunft, Beeinträchtigung oder sonstiger Benachteiligung. Wenn behinderte Kinder gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden, sind die Bildungschancen deutlich größer - und zwar für alle Kinder. Deshalb lade ich Schulen in Ostholstein und Nordstormarn ein, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Auch in unserer Region gibt es gute Beispiele für gemeinsames Lernen von Anfang an."
Der Namensgeber Jakob Muth (1927-93) hatte sich als Bochumer Professor schon früh für eine gemeinsame Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder eingesetzt. Spätestens seit 2009 besteht hierzulande dringender Handlungsbedarf: Die seitdem auch in Deutschland verbindliche UN-Behindertenkonvention fordert ein inklusives Schulsystem. Dabei bedeutet Inklusion nicht, dass sich der Lernende in ein bestehendes System integrieren muss, sondern dass das Bildungssystem die Bedürfnisse aller Lernenden berücksichtigt und sich an sie anpassen muss. Es bedeutet eine "Schule für alle", in der Kinder mit und ohne Behinderung wohnortnah und gemeinsam gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse unterrichtet werden. Doch noch liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit hinten - bisher erhalten nur 15 Prozent aller behinderten Kinder die Möglichkeit, gemeinsam mit nicht behinderten Kindern zur Schule zu gehen. Dabei gibt der gemeinsame Unterricht Kindern mit einer Behinderung deutlich höhere Bildungschancen und stärkt die soziale Kompetenz von Kindern ohne Behinderung. "Erst wenn unser Bildungssystem allen Kindern ermöglicht, in einem gemeinsamen Unterricht voll am schulischen Leben teilzuhaben, können wir von umfassender Bildungsgerechtigkeit sprechen. Die Unterstützung des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, für den Jakob-Muth-Preis ist vorbildhaft. Doch leider torpediert seine eigene schwarz-gelbe Koalition diese Bemühungen um einen selbstverständlicheren Umgang miteinander und trennt unter dem Deckmantel der 'besonderen Förderung' die 'gesunde' von der 'behinderten Bevölkerung'. Dabei gilt doch: Was ich gar nicht erst trenne, muss ich später auch nicht wieder zusammenfügen!"
Dass ein gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in Deutschland möglich ist, hat die hohe Qualität und Anzahl der Bewerbungen im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt: 144 Schulen hatten sich damals deutschlandweit beteiligt. Aus Schleswig-Holstein waren damals u.a. die Helene-Dieckmann-Schule in Altenholz, die Geschwister-Prenski-Schule Lübeck, die Waldschule Flensburg, die Wilhelm-Warmbold-Schule Lüchow und die Grundschule Seth mit dabei. "Ich würde mich sehr freuen, wenn eine vorbildliche Schule aus Schleswig-Holstein in diesem Jahr zu den Prämierten gehören würde. Nichts wirkt besser als ein gutes Vorbild!", ermutigt Bettina Hagedorn zum Mitmachen.
Projektträger sind die Bertelsmann Stiftung, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, sowie die Deutsche UNESCO-Kommission. Bewerben kann sich jede Schule, die sich auf dem Weg zur inklusiven Schule befindet. Das Bewerbungsformular, die Auswahlkriterien sowie weitere Informationen zum Preis sind zu finden unter http://www.jakobmuthpreis.de/ oder per Telefon unter 05241-8181598.
Bis zum 14. Mai 2010 können Bewerbungen geschickt werden an:
Jakob Muth-Preis für inklusive Schule, c/o Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Str. 256, 33311 Gütersloh